Der Micro RGB AI Engine Pro-Prozessor wird in Samsung-Fernsehern mit Micro RGB-Displays eingesetzt, die im Jahr 2026 vorgestellt wurden. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass es sich hierbei um einen Marketingnamen handelt und dieser keinen direkten Bezug zum tatsächlich im Fernseher verbauten Prozessor hat.
Vor etwa 15 Jahren, als die ersten Smart-TVs auf den Markt kamen, wurde zwischen Prozessorherstellern und TV-Herstellern eine Vereinbarung getroffen. Diese erlaubte es den TV-Marken, eigene Handelsnamen für Prozessoren sowie für die im Prozessor implementierten Technologien (Software) zu registrieren. Zu diesen Technologien gehören unter anderem die Bildskalierung (4K AI Upscaling Pro), die verbesserte Verarbeitung bewegter Objekte (AI Motion Enhancer Pro), die Verarbeitung von HDR-Metadaten (Auto HDR Remastering Pro) und viele weitere. All diese Programme sind Standardfunktionen moderner TV-Prozessoren und werden bereits während der Entwicklung direkt auf Prozessorebene implementiert.
Welcher Prozessor verbirgt sich hinter dem Namen Micro RGB AI Engine Pro?

Tatsächlich ist der Micro RGB AI Engine Pro ein von MediaTek entwickelter Prozessor. MediaTek ist der weltweit größte Anbieter von Prozessoren für Fernsehgeräte. Die Samsung-Fernseher der R95H-Serie sind mit dem MediaTek Pentonic 800 ausgestattet, der folgende Hauptmerkmale besitzt:
- CPU: Quad-Core Arm Cortex-A73
- Maximale CPU-Taktfrequenz: 1,8 GHz
- Speicherunterstützung: 64-Bit-DDR4 mit bis zu 3200 Mbit/s
- GPU: Arm Mali-G57 MC1
- Maximale Displayauflösung: 3840 × 2160 (4K) mit Bildwiederholraten bis zu 165 Hz
- MEMC (Motion Estimation and Motion Compensation): 3840 × 2160 (4K) mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde
Der Prozessor verwendet vier Arm Cortex-A73-Kerne, eine Architektur, die bereits 2016 eingeführt wurde, mit einer maximalen Taktfrequenz von 1,8 GHz. Sein Speichercontroller unterstützt 64-Bit-DDR4-Arbeitsspeicher mit Geschwindigkeiten von bis zu 3200 Mbit/s.
Die Grafikverarbeitung übernimmt die Arm Mali-G57 MC1-GPU mit acht Ausführungseinheiten, die mit einer Frequenz von bis zu 850 MHz arbeiten. Sie unterstützt eine maximale Auflösung von 3840 × 2160 (4K) bei Bildwiederholraten von bis zu 165 Hz während der Verarbeitung von Videosignalen, die über die HDMI-Anschlüsse empfangen werden.
Der Prozessor unterstützt außerdem die MEMC-Technologie (Motion Estimation and Motion Compensation) bei einer Auflösung von 3840 × 2160 (4K) und Bildraten von bis zu 120 Bildern pro Sekunde. MEMC ist eine Bewegungsglättungstechnologie, die zusätzliche Bilder erzeugt, um flüssigere Bewegungsabläufe darzustellen. Dabei ist zu beachten, dass sich die Angabe „120 Bilder pro Sekunde“ auf die interne Videoverarbeitung des Prozessors bezieht. Das bedeutet, dass der Prozessor Videosignale nur bis zu einer Frequenz von 120 Hz verarbeiten kann. Erhält er über HDMI ein Videosignal mit einer höheren Bildrate als 120 fps, wird dieses nicht mehr zusätzlich verarbeitet, sondern nahezu unverändert an das Display weitergeleitet.
Micro RGB-Hintergrundbeleuchtung

Obwohl Samsung den Prozessor als eine der Schlüsselkomponenten der Micro RGB-Technologie vermarktet, entspricht dies nicht ganz den Tatsachen, da derselbe Prozessor auch in vielen anderen Samsung-TV-Serien eingesetzt wird. Der Prozessor steuert die RGB-LEDs nicht direkt. Seine Hauptaufgabe besteht darin, das Videosignal zu verarbeiten und die Daten zu erzeugen, die das Hintergrundbeleuchtungs-Steuerungssystem benötigt.
Der Prozessor analysiert jedes Videobild, bestimmt die optimale Helligkeit und Farbe für verschiedene Bildbereiche und erkennt Bereiche, in denen die Hintergrundbeleuchtung reduziert oder vollständig abgeschaltet werden kann. Anschließend werden diese Parameter an das Steuerungssystem der Hintergrundbeleuchtung übermittelt. Der Hintergrundbeleuchtungs-Controller (LED Driver/Backlight Controller) empfängt diese Daten und regelt den Strom, der den roten, grünen und blauen LEDs der Hintergrundbeleuchtung zugeführt wird.
Mit anderen Worten: Der Prozessor bestimmt, welche Bildbereiche durch eine Anpassung der Hintergrundbeleuchtung verbessert werden können. Er legt außerdem fest, wo ein bestimmter Farbkanal deaktiviert werden kann. Wird beispielsweise ein blauer Himmel dargestellt, können die roten und grünen LEDs vollständig ausgeschaltet werden, während nur die blauen LEDs aktiv bleiben. Dadurch muss das LCD-Panel weniger unerwünschtes Licht blockieren, was sowohl den Kontrast als auch die Effizienz der Farbdarstellung verbessert.
Allerdings erfolgt diese Steuerung höchstwahrscheinlich nicht auf Ebene einzelner LEDs, sondern für komplette Hintergrundbeleuchtungszonen. Samsung hat die genaue Architektur der Micro RGB-Hintergrundbeleuchtung nicht veröffentlicht. Daher kann davon ausgegangen werden, dass die RGB-LEDs zu unabhängig steuerbaren Zonen zusammengefasst sind und nicht einzeln angesteuert werden.
