LG bewirbt einige seiner Fernseher mit der Technologie Quad Step Noise Reduction, einem vierstufigen Bildverarbeitungssystem. Auf den ersten Blick klingt dies nach einem bedeutenden Vorteil. Die meisten Menschen glauben, dass eine Rauschreduzierung die Bildqualität verbessert, und wenn die Verarbeitung aus vier statt nur einer Stufe besteht, sollte das Ergebnis noch besser sein.
LG beschreibt diese vier Stufen wie folgt:
Stufe 1 — Räumliche Rauschreduzierung.
Stufe 2 — Zeitliche Rauschreduzierung.
Stufe 3 — Verbesserung der Bildkanten.
Stufe 4 — Feinabstimmung der Bildkanten.

Was bedeutet der Begriff „Rauschen“ im Zusammenhang mit digitalem Video?
Um die Funktionsweise dieses Merkmals zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, was der Begriff „Rauschen“ tatsächlich bedeutet.
Das Konzept des Videorauschens entstand bereits in der Zeit des analogen Fernsehens. Analoge Fernsehsignale waren anfällig für elektrische Störungen, schlechten Empfang und andere äußere Einflüsse, die zufällige Punkte, Bildrauschen und Flimmern auf dem Bildschirm verursachten. Diese unerwünschten Störungen wurden als Videorauschen bezeichnet.
Digitales Video unterscheidet sich grundlegend davon. Moderne Fernseher empfangen Videoinhalte als digitale Daten, sodass das analoge Signalrauschen, das beim klassischen Fernsehempfang auftrat, nicht mehr vorhanden ist. Wird der digitale Datenstrom korrekt empfangen, wird das Bild genau so wiedergegeben, wie es codiert wurde.
Warum spricht LG dann weiterhin von Rauschreduzierung?
Die Antwort ist einfach. Verbraucher kennen diesen Begriff und verbinden ihn seit Langem mit einer besseren Bildqualität. Tatsächlich beseitigen moderne Fernseher kein analoges Signalrauschen – sie reduzieren die sichtbaren Artefakte, die bei komprimierten digitalen Videos entstehen.
Wie funktioniert Quad Step Noise Reduction?
Digitale Videos werden vor der Speicherung oder Übertragung komprimiert. Eine stärkere Komprimierung verringert die Dateigröße und den erforderlichen Bandbreitenbedarf, wodurch Streaming effizienter wird. Eine hohe Komprimierungsrate kann jedoch auch sichtbare Bildfehler verursachen, die als Komprimierungsartefakte bezeichnet werden.
Zu den häufigsten Artefakten gehören blockartige Bildbereiche, ungleichmäßige Farbverläufe, Lichthöfe an Objektkanten, zufälliges Bildrauschen, das während der Codierung entsteht, sowie Bewegungsartefakte, die als schwache Nachzieheffekte oder „Geisterbilder“ hinter bewegten Objekten sichtbar werden können. Diese Bildfehler werden nicht vom Fernseher selbst verursacht, sondern entstehen während der Videokomprimierung.
Quad Step Noise Reduction wurde entwickelt, um diese Bildfehler zu minimieren. Bevor jedes einzelne Bild angezeigt wird, analysiert der Bildprozessor des Fernsehers das Video auf typische Komprimierungsartefakte und wendet Korrekturalgorithmen an, um deren Sichtbarkeit zu verringern. Die Bezeichnung Quad Step bedeutet lediglich, dass das Bild vier aufeinanderfolgende Verarbeitungsstufen durchläuft, wobei jede Stufe eine andere Art der Analyse und Optimierung durchführt. Es handelt sich dabei um einen vollständig softwarebasierten Bildverbesserungsprozess, der vom Videoprozessor des Fernsehers ausgeführt wird und keine Eigenschaft des Displaypanels selbst ist.

Welche Fernseher verwenden Quad Step Noise Reduction und lohnt sich die Nutzung?
Quad Step Noise Reduction ist hauptsächlich in LG-Fernsehern mit leistungsfähigeren Bildprozessoren verfügbar, darunter die Prozessoren α7 und α9, die in vielen OLED- und NanoCell-Modellen eingesetzt werden. Diese Prozessoren verfügen über genügend Rechenleistung, um jedes Bild in Echtzeit zu analysieren und anspruchsvollere Bildkorrekturalgorithmen anzuwenden. Die Funktion kann in den Bildeinstellungen des Fernsehers ein- oder ausgeschaltet werden.
Wie nützlich sie ist, hängt weitgehend von der Qualität der Videoquelle ab. Beim Ansehen älterer Fernsehsendungen, DVDs, Streaming-Diensten mit niedriger Bitrate oder anderer stark komprimierter Inhalte kann Quad Step Noise Reduction Komprimierungsartefakte deutlich reduzieren und das Bild sauberer erscheinen lassen.
Bei modernen hochwertigen Videoinhalten ist der Nutzen jedoch in der Regel gering. Inhalte, die mit aktuellen Codecs und hohen Bitraten codiert wurden, beispielsweise 4K-Blu-ray-Discs oder Premium-Streaming-Dienste, enthalten nur sehr wenige sichtbare Komprimierungsartefakte. In solchen Fällen bringt die zusätzliche Bildverarbeitung meist nur geringe Verbesserungen und kann sogar feine Bilddetails verringern. Aus diesem Grund bevorzugen viele Nutzer, diese Funktion beim Ansehen hochwertiger Inhalte deaktiviert zu lassen.
