Nach der Übernahme der LED-Panel-Fertigung von den koreanischen Unternehmen begann TCL, aktiv in die Entwicklung verschiedener Displaytechnologien zu investieren. Eine dieser Technologien ist DLG (Dual Line Gate), die 2022 vorgestellt wurde und ab 2025–2026 in Fernsehern weit verbreitet ist.
Laut den Werbeangaben ermöglicht diese Technologie eine exakte Verdopplung der Bildwiederholfrequenz – von 60 Hz auf 120 Hz bei 60-Hz-Displays und von 120 Hz auf 240 Hz bei 120-Hz-Displays. Tatsächlich ist diese Aussage jedoch recht umstritten und bedarf einer genaueren Erklärung.
Wie DLG funktioniert
Die Technologie basiert auf einer Verringerung der Bildauflösung. Verfügt ein Fernseher über eine 4K-Auflösung (UHD), beträgt diese 3840 × 2160 Pixel. Das Prinzip von DLG besteht darin, Bildzeilen zu verdoppeln: Eine Zeile wird ausgelassen und die vorherige Zeile wird wiederholt. Mit anderen Worten: Die Anzahl der Pixel, die zur Darstellung des Bildes verwendet werden, wird sowohl horizontal als auch vertikal reduziert.
Dadurch zeigt der Fernseher bei aktiviertem DLG-Modus kein echtes 4K-Bild mehr an. Die Auflösung wird auf 1920 × 1080 Pixel reduziert, sodass der Fernseher effektiv im Full-HD-Modus arbeitet. Mit anderen Worten: Das Bild wird nur mit einem Viertel der auf einem 4K-Panel verfügbaren Pixel erzeugt.
Der Hauptzweck dieser Technologie besteht darin, die Datenmenge zu reduzieren, die vom Anzeigesystem verarbeitet werden muss. Da die T-Con-Platine (Timing Controller) für die Verarbeitung und Übertragung der Bilddaten an das Displaypanel verantwortlich ist, verringert die niedrigere Auflösung die Belastung dieser Platine erheblich.
In der Praxis reduziert der Fernseher die Bildqualität gegenüber der ursprünglichen 4K-Auflösung um etwa den Faktor vier, da deutlich weniger Pixel zur Darstellung des Bildes verwendet werden.

DLG und die Erhöhung der Bildwiederholfrequenz
In diesem Fall wird die Bildwiederholfrequenz nicht auf Ebene des Displaypanels erhöht. Stattdessen ermöglicht DLG dem Fernseher, ein Videosignal mit einer höheren Bildfrequenz zu empfangen und zu verarbeiten, indem die Datenmenge reduziert wird, die vom Prozessor über die HDMI-Schnittstelle an die T-Con-Platine übertragen wird.
Fernsehprozessoren unterstützen je nach gewählter Auflösung unterschiedliche maximale Bildwiederholfrequenzen. So kann ein Prozessor beispielsweise bei UHD-Auflösung bis zu 165 Hz unterstützen, während er bei Full HD mit bis zu 240 Hz arbeiten kann. Das bedeutet, dass das Anzeigesystem ein natives UHD-Signal mit 240 Hz nicht verarbeiten kann.
Betrachten wir ein Beispiel. Angenommen, eine Spielkonsole ist so eingestellt, dass sie ein Signal mit 3840 × 2160 Pixeln bei 240 Hz ausgibt. Unterstützt der Fernseher dieses Format nicht, erscheint entweder ein schwarzer Bildschirm oder eine Meldung, dass das Videosignal nicht verarbeitet werden kann.
Unterstützt der Fernseher jedoch DLG und ist diese Funktion aktiviert, erzeugt der Prozessor einen modifizierten Videodatenstrom für die T-Con-Platine. Dabei werden einige Bildzeilen – beispielsweise alle geraden Zeilen – ausgelassen, während die verbleibenden Zeilen dupliziert werden, um die gesamte Bildschirmfläche auszufüllen. Der Prozessor wandelt das UHD-Signal somit mit einem vereinfachten Verfahren in Full HD um, ohne ein herkömmliches Downscaling durchzuführen.
Einfach ausgedrückt muss der Prozessor deutlich weniger Berechnungen durchführen, während die T-Con-Platine wesentlich weniger Bilddaten empfängt und verarbeitet. Anschließend wird dieser reduzierte Datenstrom über die gesamte Fläche des UHD-Panels dargestellt.
Aus Sicht des Nutzers, insbesondere beim Spielen, stellt DLG einen Kompromiss dar. Das Bild verliert an Detailgenauigkeit, da es nicht mehr in nativer 4K-Auflösung dargestellt wird. Dafür sorgt die höhere Bildwiederholfrequenz für flüssigere Bewegungen und kann das Spielerlebnis verbessern.
