Im Jahr 2012 geriet Philips, ein langjähriger Hersteller von Elektronikprodukten, einschließlich Haushaltsgeräten und Fernsehern, in finanzielle Schwierigkeiten. Infolgedessen stellte das Unternehmen die eigenständige Produktion von Fernsehern ein. Philips verkaufte seine Fabriken, schloss seine TV-Entwicklungsabteilungen und wechselte zu einem Lizenzmodell, das es anderen Unternehmen erlaubt, Fernseher unter der Marke Philips zu produzieren und zu verkaufen.
Zwei Hauptunternehmen erhielten die Lizenzrechte:
Funai Electric Co., Ltd.: ein japanisches Unternehmen, das die Rechte erhielt, Philips-Fernseher in Nordamerika und mehreren Ländern Lateinamerikas zu produzieren und zu verkaufen. Nach der Insolvenz des Unternehmens im Jahr 2025 wurde die Lizenz an das chinesische Unternehmen Skyworth übertragen.
TP Vision: ein Joint Venture, das gemeinsam mit Philips gegründet wurde und die Rechte erhielt, Philips-Fernseher in allen Regionen außerhalb Nordamerikas zu produzieren und zu verkaufen.
Kurze Geschichte der Philips-Fernseher (1950–2026)
Die Geschichte der Philips-Fernseher begann in den 1950er-Jahren. Das Unternehmen stellte hochwertige Fernseher her, die weltweit stark nachgefragt waren. Anfang der 1990er-Jahre begann sich die Fernseherindustrie durch die Globalisierung der Produktion stark zu verändern. Die Fabriken wurden in großem Umfang nach China verlagert, wo die Arbeitskosten deutlich niedriger waren.
Mitte der 2000er-Jahre wurde klar, dass die Zukunft großen Bildschirmen und Smart-TV-Technologien gehörte. Der Übergang zur Produktion solcher Geräte erforderte tiefgreifende Veränderungen in den Produktionsprozessen.
Die Krise der Branche begann Anfang der 2010er-Jahre, als starker Wettbewerb den Markt dominierte. In dieser Zeit verließen viele bekannte Marken das Fernsehgeschäft. Neben Philips stellten auch Unternehmen wie Toshiba, Sharp, Grundig und Thomson die Fernseherproduktion ein.
Im Jahr 2012 verkaufte Philips sein Fernsehgeschäft und zog sich aus diesem Bereich zurück. Im Rahmen des Lizenzmodells erhält Philips Einnahmen aus der Nutzung der Marke und betreibt eine zentrale Website, auf der Lizenznehmer Informationen über ihre Fernseher veröffentlichen. Dieser Ansatz ermöglicht es den Partnern, ihre Produkte unter der Marke Philips zu vermarkten, und viele Verbraucher wussten zunächst nicht, dass Philips selbst keine Fernseher mehr produziert.
Informationen zu den Fernsehern finden Sie auf folgenden Websites:
Markenlizenz von Philips in Nordamerika

In Nordamerika stellte Funai Electric Co., Ltd. seit 2008 Philips-Fernseher her und verkaufte sie. Anfangs fungierte Funai als Vertriebspartner von Philips in den USA und Kanada. Im Jahr 2012, als die Lizenzierung der Marke Philips geregelt wurde, erhielt das Unternehmen das Recht, Fernseher eigenständig unter der Marke Philips zu produzieren und zu verkaufen.
Im Jahr 2013 führte Funai vorläufige Verhandlungen über den Kauf eines Philips-Werks in Mexiko. Der Deal kam jedoch nicht zustande, und das Unternehmen zog sich schließlich aus der Investition zurück. Infolgedessen gliederte Philips seine mexikanischen Aktivitäten in ein separates Unternehmen aus, das 2014 verkauft wurde. Danach stellte Philips die Fernsehproduktion in Mexiko endgültig ein.
Während der Produktion von Philips-Fernsehern stand Funai vor mehreren Herausforderungen. Mitte der 2010er-Jahre gelangten zahlreiche günstige Fernseher chinesischer Hersteller auf den US- und kanadischen Markt. Im Vergleich dazu verloren die von Funai produzierten Philips-Fernseher an Attraktivität, und die Verkaufszahlen gingen zurück.
Im Jahr 2017 stellte das Unternehmen die Einführung neuer Modelle ein und verkaufte nur noch bestehende Geräte. Im Jahr 2023 wurde die Produktion wieder aufgenommen, wobei von Android TV auf Roku OS umgestellt wurde. Außerdem änderte Funai die Modellnummernstruktur, wobei die Jahreskennung direkt der letzten Ziffer des tatsächlichen Herstellungsjahres entspricht.
Im Jahr 2025 ging Funai in Konkurs, und die Rechte zum Verkauf von Philips-Fernsehern wurden vom chinesischen Unternehmen Skyworth übernommen, das heute ebenfalls Fernseher unter der Marke Philips vertreibt.
Markenlizenz von Philips und TP Vision

TP Vision wurde als Joint Venture zwischen TPV Technology (70 %) und Philips (30 %) gegründet. Anfangs hielt Philips eine Minderheitsbeteiligung. Im Jahr 2014 erwarb TPV Technology jedoch aufgrund zusätzlicher Kapitalbedarfe die restlichen Anteile von Philips und wurde alleiniger Eigentümer von TP Vision.
Das Produktionsnetzwerk von TP Vision umfasst 13 Fabriken. Fünf davon befinden sich außerhalb Chinas – in Russland, Mexiko, Argentinien, Brasilien und Polen. Die übrigen liegen in China, wo Fernseher und Zubehör hergestellt werden.
Neben Philips-Fernsehern ist TP Vision ein bedeutender OEM-Hersteller (Original Equipment Manufacturer) von Fernsehern und Monitoren. Das Markenportfolio umfasst Philips (Fernseher, Monitore und Soundbars), AOC, Great Wall, AGON und Envision.
Die Marketingstrategie von TP Vision besteht darin, die Positionierung der Philips-Fernseher an verschiedene regionale Märkte anzupassen. In Australien und Neuseeland werden Philips-Fernseher beispielsweise hauptsächlich als Modelle mit Mini-LED- und OLED-Technologien positioniert. In Europa wird die Produktlinie unter Serien wie Ambilight, OLED, The Xtra und The One vermarktet.
