In den technischen Daten von LG-Fernsehern finden Sie häufig zwei Begriffe: Refresh Rate und TruMotion. Obwohl sie scheinbar dasselbe beschreiben, handelt es sich tatsächlich um zwei unterschiedliche Konzepte.
Die Bildwiederholfrequenz (Refresh Rate) ist eine physikalische Eigenschaft des Fernsehers und gibt an, wie häufig der Bildschirm das Bild aktualisieren kann. Die tatsächliche Bildwiederholfrequenz hängt von mehreren Faktoren ab, darunter den Fähigkeiten des Prozessors und des Videoverarbeitungssystems des Fernsehers sowie vom verwendeten Paneltyp.
TruMotion hingegen ist ein Marketingbegriff von LG, der mit der Bewegungsverarbeitung verbunden ist. Als die Technologie erstmals eingeführt wurde, wurde TruMotion verwendet, um Fernseher mit Bildwiederholfrequenzen und Bewegungseigenschaften von 100 Hz, 120 Hz, 200 Hz, 240 Hz und sogar 400 Hz zu bewerben. Diese Werte entsprachen nicht unbedingt der nativen Bildwiederholfrequenz des Panels. Sie konnten auch den Effekt der Zwischenbildberechnung und anderer Bildverarbeitungstechnologien einschließen.
Heute wird die Bezeichnung TruMotion in den technischen Daten von LG-Fernsehern deutlich seltener verwendet, obwohl sie weiterhin eine Marke im Zusammenhang mit der Bewegungsverarbeitung von LG ist.
Was ist Refresh Rate (native)
Refresh Rate (native) bezeichnet die maximale Frequenz, mit der das Panel eines Fernsehers ein Videosignal ohne Verzerrungen, Bewegungsartefakte oder andere Probleme mit der Bildqualität darstellen kann. Sie ist eine physikalische Eigenschaft des Displays und hängt vom verwendeten Paneltyp sowie von den Fähigkeiten des Videoverarbeitungssystems ab.
Die traditionelle Unterscheidung zwischen 50/60 Hz und 100/120 Hz stammt aus der Zeit des analogen Fernsehens und war ursprünglich mit den unterschiedlichen Stromnetzstandards in verschiedenen Ländern verbunden. Bei modernen Fernsehern ist diese Einteilung hauptsächlich ein Überbleibsel älterer Standards und spiegelt die tatsächlichen Fähigkeiten des Displays nicht mehr vollständig wider.
Heute sind die meisten Fernseher für den Betrieb mit 60 oder 120 Hz ausgelegt, abhängig von der Qualität des verwendeten Panels. Fernseher der Einstiegsklasse verwenden in der Regel 60-Hz-Panels, während höherwertige Modelle mit fortschrittlicheren Panels 120 Hz unterstützen. In jüngerer Zeit sind neue Prozessoren und Panels erschienen, die 144 oder 165 Hz unterstützen. Diese Frequenzen sind jedoch normalerweise nur über HDMI verfügbar und dienen hauptsächlich dazu, bei Spielen eine flüssigere Darstellung zu ermöglichen.
Historisch wurden 50 Hz in Regionen mit einem 50-Hz-Stromnetz verwendet, beispielsweise in den meisten europäischen Ländern, während 60 Hz in Ländern mit einem 60-Hz-Stromnetz wie den USA zum Einsatz kamen. Höhere Frequenzen von 100 und 120 Hz wurden bei hochwertigen Fernsehern eingeführt, um die Bewegungsdarstellung zu verbessern. Heute ist diese Unterscheidung hauptsächlich ein Überbleibsel älterer Fernsehstandards und keine strenge technische Einschränkung mehr.
Videoinhalte werden mit einer bestimmten Bildrate aufgenommen. Wenn der Fernseher ein Signal über Fernsehen, HDMI oder Streaming-Dienste empfängt, stellt er das Bild entsprechend der Bildrate der Quelle dar. Zu den gängigen Videoformaten gehören 24 Bilder pro Sekunde (fps) bei Filmen, 30 fps bei Fernsehsendungen und 60 fps bei Videos mit hoher Bildrate.
Die native Bildwiederholfrequenz bestimmt, wie flüssig der Fernseher diese Inhalte darstellen kann. Ein 60-Hz-Panel kann Videos mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde wiedergeben, während ein 120-Hz-Panel eine flüssigere Bewegungsdarstellung und eine bessere Wiedergabe von schnellen Bewegungen, Sportübertragungen und Spielen ermöglicht.
Was ist die LG TruMotion-Technologie
TruMotion ist die Bezeichnung für eine Reihe von Softwarefunktionen, die das Fernseherlebnis bei der Darstellung von Inhalten mit niedriger Bildrate verbessern sollen. Dazu gehören Verfahren wie die Verdopplung von Bildern, die Erzeugung interpolierter Zwischenbilder und die Einfügung schwarzer Bilder zwischen den eigentlichen Bildern.
In der Praxis funktioniert dies folgendermaßen: Wenn der Inhalt beispielsweise eine niedrige Bildrate von 30 Bildern pro Sekunde hat und der Fernseher eine Frequenz von 120 Hz unterstützt, stehen für jedes ursprüngliche Bild vier Aktualisierungszyklen zur Verfügung. Die Software des Fernsehers kann das erste Originalbild anzeigen, ein schwarzes Bild einfügen, ein interpoliertes Zwischenbild erzeugen und anschließend ein weiteres schwarzes Bild einfügen. Für den Zuschauer wirkt das Bild dadurch flüssiger. Die Einfügung schwarzer Bilder kann außerdem dazu beitragen, bewegte Objekte schärfer erscheinen zu lassen, indem die vom menschlichen Auge wahrgenommene Bewegungsunschärfe beziehungsweise Nachbildwirkung reduziert wird.

Zu Marketingzwecken werden TruMotion-Werte verwendet, die streng genommen keine Maßeinheiten darstellen. Dies ist lediglich eine in der Branche übliche Praxis, um die allgemeine Bewegungsdarstellung eines Fernsehers einfacher zu beschreiben. Häufig wird angenommen, dass das Bild nach der Aktivierung eines bestimmten TruMotion-Modus tatsächlich der durch die TruMotion-Zahl angegebenen Qualität entspricht. Das ist jedoch nicht der Fall.
Die standardmäßigen TruMotion-Werte sind:
Native Bildwiederholfrequenz 60 Hz = TruMotion 120
Native Bildwiederholfrequenz 120 Hz = TruMotion 240
Außerdem ist zu beachten, dass beispielsweise OLED-Fernseher die Einstellung OLED Motion verwenden.
