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NEXTGEN TV und ATSC 3.0 was sind diese Standards

In den USA begegnet man häufig den Begriffen NEXTGEN TV und ATSC 3.0. Über beide wurde viel geschrieben, doch oft ist nicht klar, ob sie tatsächlich unterschiedliche Dinge bezeichnen. Hier erfahren Sie, was Sie wissen sollten.

ATSC 3.0 ist der digitale Fernsehrundfunkstandard der dritten Generation für den terrestrischen Empfang (OTA, Over-the-Air), der als Nachfolger des Standards der ersten Generation ATSC 1.0 entwickelt wurde. Der Standard ATSC 2.0 befand sich zwar in der Entwicklung, wurde jedoch noch vor seiner Einführung obsolet. Seine wichtigsten Neuerungen flossen anschließend in ATSC 3.0 ein.

NEXTGEN TV (Next Generation TV) ist ein Markenname, der von der Consumer Technology Association (CTA) in den USA für Fernsehgeräte verwendet wird, die ATSC-3.0-Sendungen empfangen können. Hinter dem Namen NEXTGEN TV verbirgt sich keine eigenständige Technologie und kein separater Übertragungsstandard. Selbst auf der offiziellen NEXTGEN-TV-Website wird darauf hingewiesen, dass die verfügbaren Funktionen vom jeweiligen Fernsehgerät und vom Sender abhängen, da die kommerziellen Dienste schrittweise in den einzelnen Regionen eingeführt werden.

Mit anderen Worten: Alle tatsächlichen Funktionen stammen vom ATSC-3.0-Standard und nicht vom Namen NEXTGEN TV. Dennoch handelt es sich um eine einprägsame und gut vermarktbare Bezeichnung, die von den Fernsehherstellern gerne verwendet wird.

NEXTGEN-TV-Website: https://www.watchnextgentv.com/

ATSC-Website: https://www.atsc.org/

ATSC 3.0 (NEXTGEN TV) Funktionen, Einführung und Antennenanforderungen

ATSC 3.0, das unter dem Namen NEXTGEN TV vermarktet wird, ist der neueste Standard für digitales Fernsehen und wurde als Nachfolger von ATSC 1.0 entwickelt. Seine Entwicklung begann als Reaktion auf die rasche Verbreitung von 4K-Fernsehern und die Einführung der High Dynamic Range (HDR)-Technologie in den Jahren 2015 bis 2016. Der vorherige Standard ATSC 1.0 war für Full-HD-Übertragungen ausgelegt und unterstützte weder Ultra-HD-Auflösung noch HDR, moderne Audioformate oder viele weitere Funktionen des heutigen Fernsehens. ATSC 3.0 wurde entwickelt, um diese neuen technischen Anforderungen zu erfüllen und eine Plattform für die Zukunft des Fernsehens bereitzustellen.

Der Standard unterstützt Übertragungen von SD und HD bis hin zu 4K Ultra HD mit Bildraten von bis zu 120 Bildern pro Sekunde. Darüber hinaus unterstützt er HDR-Technologien, darunter Hybrid Log-Gamma (HLG) und Perceptual Quantizer (PQ), wodurch ein höherer Kontrast, eine größere Helligkeit und ein erweiterter Farbraum ermöglicht werden.

Auch die Audiounterstützung wurde erheblich verbessert. ATSC 3.0 unterstützt Dolby AC-4 und MPEG-H 3D Audio, wodurch immersiver Surround-Sound, objektbasierter Ton und eine bessere Sprachverständlichkeit möglich werden.

Ein weiteres wichtiges Merkmal ist das verbesserte Notfallwarnsystem. Kompatible Fernsehgeräte können Warnmeldungen selbst im Standby-Modus empfangen, sofern sie weiterhin mit Strom versorgt werden und ein Rundfunksignal empfangen. Nach Eingang einer Warnmeldung kann das Fernsehgerät die Notfallinformation automatisch anzeigen.

ATSC 3.0 wurde so entwickelt, dass der Standard parallel zu den bestehenden Übertragungsformaten genutzt werden kann. Dadurch können Fernsehsender weiterhin Inhalte in SD und HD ausstrahlen und gleichzeitig schrittweise neue Dienste einführen. Dies macht den Übergang zum neuen Standard sowohl für Sender als auch für Zuschauer deutlich flexibler.

Südkorea war 2017 das erste Land, das den kommerziellen Sendebetrieb mit ATSC 3.0 aufnahm. In den USA begann die Einführung im Jahr 2020. Dort ist die Umstellung freiwillig, sodass jeder Sender selbst entscheiden kann, wann er auf den neuen Standard umstellt.

Zum Empfang von ATSC 3.0 (NEXTGEN TV) wird ein Fernsehgerät mit integriertem ATSC-3.0-Tuner oder ein externer ATSC-3.0-Empfänger sowie eine terrestrische Fernsehempfangsantenne (OTA, Over-the-Air) benötigt. Da der Standard terrestrische Rundfunksignale verwendet, hängt die Empfangsqualität von der Signalstärke am jeweiligen Standort und von der verwendeten Antenne ab. In Gebieten mit guter Signalversorgung reicht in der Regel eine Zimmerantenne aus, während in größerer Entfernung von den Sendestandorten meist eine Außenantenne einen besseren Empfang gewährleistet.

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